Wie sieht ein Hecht aus?

Wie sieht ein Hecht aus?

Der Gegenstand dieses Artikels ist der Europäische Hecht, auch Esox lucius genannt. Er stellt einen Abgesandten der Familie der Hechtartigen, also der Esociformes, dar. Genauer gesagt handelt es sich hierbei sogar um einen Esocidae. Er ist recht einfach zu erkennen, da die Körperform dieses Raubfisches langgestreckt und walzenförmig ist. Der Kopf ist von länglicher Gestalt, das Maul ist oberständig und gemahnt an einen Entenschnabel.

Weitere körperliche Charakteristika

Der Körper ist seitlich nur mäßig abgeflacht, des Weiteren verfügt dieser Fisch über Rücken- und Afterflossen, die weit gen hinteres Ende verlagert sind. Somit kann dieser Fisch sich blitzartig bewegen und interessante Wendemanöver vollführen. Meistens ist der Rücken von grün-bräunlicher Färbung, was sich gen Bauch zu weiß verändert. Der Fisch verfügt über knapp 17.000 Schuppen, ist zwischen 60 und 100 cm lang, kann unter gewissen (guten) Lebensbedingungen sogar 150 cm lang und mehr als 20 Kilogramm schwer werden. Seine Beute fängt der Hecht mit seinem Kiefer, der über Fang- und Hechelzähne verfügt. Diese sind umklappbar und nach hinten gebogen. Damit stellt sich natürlich die Frage:

Wie sieht ein Hechtbiss aus?

Wenn man einen Gummifisch verwendet hat und dieses Angelutensil einmal genauer unter die Lupe nehmen möchte, kann man anhand der Bissspuren erkennen, welches Tier einmal kurz in den Köder gebissen hatte.  Ein Hechtbiss lässt sich recht einfach erkennen, was an den scharfen Zähnen liegt. Hier können kurze Schnitte, die dafür tief sind, ein Indiz darstellen. Sollten Furchen im Gummifisch vorhanden sein, kann dies allerdings auch auf einen Hechtbiss hindeuten.

Zeigen sich beim Köder allerdings eher  Kratzer, hat ein Zander versucht, den Gummifisch zu verspeisen.

Sind Hechte für Menschen gefährlich?

Wenn man sich die körperlichen Merkmale und die Form eines Hechtmauls zu Gemüte führt, kommt man nicht umher, sich die Frage zu stellen, ob sich Hecht und Mensch im Wasser treffen sollten – und für wen die Begegnung deutlich schmerzhafter ausgehen könnte.  Laut bayrischem Rundfunk gab es im Juni 2022 einen Fall, dass ein Esox lucius im Landkreis Wunsiedel in einem Teich eine Frau angegriffen hatte. Das Tier biss sie in die  Hand – allerdings sind solche Episoden laut Fred Terporten-Löhner, der in Wunsiedel als Kreisgruppenleider des Bund Naturschutz tätig ist und der vom bayrischen Rundfunk befragt wurde, „extrem selten“.  

Hechte die Menschen beißen.

Auch im Jahr 2015 gab es einen Angriff eines Hechtes auf einen Menschen – hier kam ein achtjähriges Mädchen zu schaden, das in Pressath (Oberpfalz) an einem See in den Arm gebissen wurde. Und auch im Anglberger Weiher, der im zum Landkreis Freising gehörenden Zolling zu finden ist, ereignete sich 2020 eine solche Szenerie. Hier badete eine Frau im Weiher und wurde vom Raubfisch in den Fuß gebissen.

Wir halten fest: Es ist nicht ganz ungefährlich, sich das Gewässer mit einem Abgesandten der Gattung Esox lucius zu teilen, aber in der Regel gilt das, was uns bezüglich anderer, kleinerer Tiere immer wieder eingebläut wurde: „Normalerweise haben sie viel mehr Angst vor Dir, als Du vor ihnen.“

Das tröstet bei einem Fischbiss dann doch eher übersichtlicher. Immerhin hat zumindest dieses Tier seine Angst überwunden und beschloss, dass jetzt ein guter Moment wäre, die Rute herumzudrehen und Menschen zu angeln.

Und wo wir gerade beim Angeln sind:

Kann man den Hecht dann nicht angeln?

Natürlich kann man dies tun.  Hierzu muss man einige Aspekte über das Leben der Hechte kennen, etwa den Fakt, dass er Einzelgänger ist und Kannibale sein kann. Auch die Frage, wo man einen solchen Hecht aus dem Wasser holen kann, wird noch beantwortet werden – aber überlegen wir erst einmal, wie man dieses kapitale, schwimmende Raubtier aus den Gewässern holen kann.

Freilich greift man zur Angel. Aber zu welcher Angel?

Vor allen Dingen, wenn man sich das große Sortiment, das der geneigte Angelfreund zur Auswahl hat, vergegenwärtigt, muss man sich schon fragen, mit welchem Gerät man einen Esox lucius aus dem Wasser holen will. Und dies kommt natürlich ganz darauf an, wie man auf den Wasserwolf, wie man den Hecht auch nennen kann, gehen will.

Eine Option wäre, dies unter der Zuhilfenahme von Gummifisch, Wobbler oder Spinner mit einer regulären Spinnrute zu tun. Hier empfiehlt sich eine Länge von 2,40 bis 2, 80 Metern von mittlerer Härte. Beim Vertikalangeln, wird eine Rute zwischen 1,80 und 2,00 Metern benötigt. Diese sollte ebenfalls nicht zu weich sein. Sollte man sich dafür entscheiden, mit Jerk- oder Swimbaits zu angeln, ist eine Länge von 2,00 bis 2,40 Metern ausreichend.

Da ein Hechtköder allerdings schwerer sein kann, als der, welcher für Zander oder Barsch verwendet wird, sollte die Rute über ein entsprechendes Wurfgewicht verfügen.

Und auch über die Schnur muss geredet werden.

Hier empfiehlt es sich, ein tragfähiges Exemplar zu erwerben, da somit starke Fische nicht verloren gehen.  Ebenso sollte die Schnur geflochten sein. Entsprechend entfällt eine Schnurdrehung und der Anhieb wird sauber gesetzt.

Das Vorfach

Hier empfiehlt sich der Griff zum Stahlvorfach, oder der Titanvariante. Hauptsache ist, dass der Hecht in das Vorfach beißen kann und keine Schäden entstehen können.

Welche Rolle die Rolle spielt.

Entweder greift man zur Stationär- oder der Multirolle. Wichtig ist hierbei eigentlich nur, dass man zu einer 3000er Rolle greift, wobei für die Multirolle spricht, dass diese bei der Benutzung großer Köder recht fingerschonend ist und den Köder ausbremsen kann.

Der Kescher

Dieser sollte ausreichend groß sein, damit der Hecht darin Platz hat und gummiert sein. Dies hängt damit zusammen, dass der Wasserwolf einen letzten Befreiungsversuch wagen könnte und sich anschließend im Netz verheddert. Und wenn man den Fisch dann aus dem Netz befreien möchte und sich dieser schüttelt, ist es möglich, dass man mit den Fingern in das Fischmaul gerät.

Welcher Köder für den Hecht?

Gummifische, Blinker, Spinner und Wobbler stellen gute Köder für den Wasserwolf dar. Sollte man zur ersten Variante tendieren, sollten diese über eine gewisse Größe verfügen, damit sie für den Hecht auch ansprechend wirken. Die Mindestlänge beträgt hier am besten 12 bis 15 Zentimeter, respektive 20 bis 25 Zentimeter bei kapitalen Exemplaren.

Hechtangeln als Anfänger?

Sollte man jedoch ein Angelgreenhorn sein, greift man besser zu Blinkern, respektive Spinnern. Erstens  stellt die Verwendung dieser Köder eine gewisse Tradition dar, da der Hecht durch Lichtreflexe (Blinker) oder Druckwellen (Spinnern) angelockt wird.  Zweitens ist die Handhabung recht einfach. Man befestigt die Köder dort, wo sie befestigt werden sollen und lässt sie dann im Wasser ihr lockendes Werk verrichten. Der Angler muss dann nur noch einkurbeln.

Was kann der Wobbler?

Der Wobbler hat seinen Namen vom englischen Verbum „to wobble“,  was wackeln, schwanken, wabbeln oder auch eiern, kippeln und taumeln bedeuten kann.  Und damit ist auch schon klar, was der „Wobbler“ tut. Er landet im Wasser und simuliert einen kranken, respektive alten Fisch, der leichte Beute für den Hecht darstellt.

Welche Angelmethode sollte man nutzen?

Aber nicht nur die Frage nach dem Köder ist beim Hechtangeln wichtig, auch die Frage der Methode. Wenn man auf Hechte geht, empfehlen sich folgende drei Techniken:

1)      Das Faulenzen

Der Name täuscht, suggeriert er doch eigentlich, dass man einfach nur die Angel befestigen und dann nichts mehr tun muss. Das ist so nicht korrekt.  Man befestigt den Gummiköder, schickt ihn auf die Reise ins Nass und lässt ihn dann, bei Bodenkontakt über selbigen hüpfen.

Dies geschieht unter Zuhilfenahme der Angelrolle und einer bis drei Kurbeldrehungen.

2)      Das Jiggen

Hierbei handelt es sich im Grunde um eine anspruchsvollere Abart des Faulenzens. Die Bewegungen des Köders werden durch die Rute, nicht durch die Angelrolle vorgegeben. Dies bedeutet:  Hebt man die Rutenspitze schlagartig an, bewegt sich auch der Jiggköder.

3)      Das Angeln mit Wobbler

Hierbei macht der Wobbler den Großteil der Arbeit.  Hier kommt es dann auf das Vorwissen über das Gewässer an. Ist es flach, greift man zum schwimmenden Wobbler, bei tiefen Gewässern nutzt man besser ein sinkendes Utensil.  Und dann gibt es noch den schwebenden Wobbler, welcher in diversen Wassertiefen genutzt werden kann und einen verletzten Fisch imitiert. Das aktiviert das Jagdverhalten der Hechte.

Freilich stellt auch die Nutzung eines Köderfisches eine Option dar. Dieser wird dann genutzt, wenn man mit Segel- oder Schleppposen angelt. Eine weitere Möglichkeit: Vom Boot aus Vertikalangeln betreiben. Obacht: Hier kommt der Erfolg zufällig.

Wann kann ich angeln?

Generell ist es zu allen vier Jahreszeiten möglich, einen  Hecht zu angeln. Dennoch verhalten sich die Tiere im Sommer anders als im Winter und im Herbst anders als im Frühling.

Mit dem Hecht durchs Jahr.

Nehmen wir nur einmal die kalte Jahreszeit:  Hier geht man am besten früh morgens zum Angeln und nutzt eine langsame Führung des Köders, um einen Biss zu provozieren.  Ganz anders ist dies im Frühling, da hier die Hechte wieder aktiv werden. Fressen und Fortpflanzung stehen auf dem Programm und das zunehmende Nahrungsangebot will ja auch genutzt werden. Aber Obacht: Zu dieser Jahreszeit sollen die Tiere auch geschont werden (Schonzeiten), was beim Gang ans Wasser beachtet werden sollte.

Im Sommer sind die Temperaturen hoch, die Strömung gering und der Sauerstoffanteil ebenso. Im Hochsommer sind die Hechte recht faul. Aber zur Dämmerung, bei niedrigen Temperaturen, werden die Raubfische wieder aktiver und gehen auf die Jagd. Daher nutzt man am besten den frühen Morgen und Abend, um sich im Hechtangeln zu betätigen.

 

Und im Herbst?

Hier ist das Wetter deutlich anglerfreundlicher. Der Hecht ist aktiver, da der Sauerstoff im Wasser zunimmt. Außerdem bereitet sich der Raubfisch auf die Zeit der Kälte und der Lebensmittelknappheit vor, weswegen er auf größere Beutetiere losschwimmt. Daher greift der kundige Angler am besten zu größeren Ködern.

Wo wohnt der Hecht?

Einen Esox lucius findet der willige Angler  sowohl im Süß-, als auch im Brackwasser. Dies trifft auf sämtliche Gewässer der nördlichen Hemisphäre zu. Ob seiner Natur als Standfisch sind ihm starke Strömungen in Flüssen ein Graus.  Im ruhigen Wasser, allerdings auch an Mündungen und Zuflüssen in den Flusslauf lässt er sich am Ehesten entdecken, da er hier der Beute auflauern und schnell zuschlagen kann.  Eine weitere Möglichkeit: Brücken. Die Pfeiler bieten dem Raubfisch einen sogenannten „Strömungsschatten“, in welchem sie jagen können.

Vom Hechtangeln am Kanal.

Aber auch die Kanalbrücke sollte bei der Suche nach einem Platz, um einen Hecht an Land zu ziehen, nicht verschmäht werden. Obschon es sich beim Kanal eigentlich um ein stehendes Gewässer handelt, gibt es hier auch Strömungen, weswegen für Fluss wie Kanal gilt: je ruhiger das Wasser, desto höher die Wahrscheinlichkeit, einen Wasserwolf angeln zu können. An sogenannten Kanaleinläufen sind sie ebenfalls zu finden und warten auf ihre Beute.

Beim genauen Betrachten des Kanalwassers lässt sich der Einlauf erkennen, da hier zwei Fließquellen zusammenkommen. Das Wasser ist heller und das Kanalbett dunkler.

Der Hecht im Karpfenteich.

Das ist natürlich eine Umschreibung, für jemanden, der einerseits mit potenziellen Gegnern einfach verfahren kann. Es bedeutet auch, dass jemand Unruhe in eine ruhigere Umgebung bringt. Die Redensart lässt sich auf Heinrich Leo zurückführen, seines Zeichens Historiker. Dieser Mann beschrieb, im Rahmen eines Aufsatzes, Napoleon III. mit genau diesen Worten.

Aber gehen wir mal auf den wortwörtlichen Hecht im Karpfenteich und fragen uns, wo man diesen in einem Gewässer, vielleicht einem See, finden kann.

Sollte man an einem See auf Esox gehen, wirft man am besten einen Blick auf Seerosenfelder, Treibholz, Schilfkanten, wie auch Anlegestellen für Boote. Warum? Ganz einfach: Der Hecht kann dieses Terrain nutzen, um sich zu verstecken und sich dann langsam an die Beutefische heranpirschen. Und bei Beutetieren stellt sich natürlich die Frage:

Was frisst der Hecht am liebsten?

Wählerisch ist der Esox lucius nicht unbedingt. Zwar bevorzugt er Fische, lebt also piscivor, schnappt und jagt aber alles, was sich in seiner Nähe aufhält. Wir erinnern uns an die Geschichten dieser Menschen, die von Hechten gebissen wurden.  

Zwar steht der Mensch nicht unbedingt auf der Speisekarte der Hechte, aber dennoch kann es eben zu solchen Episoden kommen. Allerdings ist auch das restliche Tierreich, was in ein Gewässer purzelt, nicht zwangsläufig sicher. Frösche? Klar, die  schnappt sich der Hecht. Wasservögel? Werden ebenso gefressen. Krebse? Stehen auch auf dem Speiseplan der Hechte. Und junge Vögel oder Wasserratten, wie auch man selbst, sollten sich nur nicht in Sicherheit wähnen, weil man größer als der Hecht sein könnte. Das interessiert ihn nicht.

Wie isst man den Hecht am liebsten?

Kommen wir von dem Fakt, dass eigentlich alles auf dem Hechtteller landen könnte, dazu, dass auch der Hecht auf einem Teller landen könnte – nämlich auf unserem.

Und da gibt es viele, unterschiedliche Möglichkeiten, dieses Raubtier als Speisefisch zu genießen.
Man könnte ihn etwa im Speckmantel servieren, mit Champignons und Gemüse, dazu einen leichten Weißwein.  Oder wie wäre es mit der Vakuumgarmethode, dem immer populärer werdenden Sous-Vide? Eine andere Option wäre natürlich das Hechtklößchen in Dillsoße.

Wichtig ist: Dieses Tier ist gesund. Es ist eine wahre Vitamin-D-Bombe. Ebenfalls ist er reich an Kalium.  Calcium, Magnesium oder Natrium gehören ebenfalls zu den Mineralstoffen, die man mit dem Essen eines Hechtes zu sich nimmt. Und ein 100 Gramm Häppchen Hecht hat gerade einmal 82 Kilokalorien. Entsprechend ist es notwendig, dass die Hechte so nährstoffschonend wie möglich zubereitet werden.

Fazit

Der Hecht ist ein Tier der Widersprüche. Er ist nicht nur ein Jäger, sondern auch ein Gejagter. Er ist gesund und kann dennoch gefährlich werden. Aber im Generellen gilt: Man sollte es ausprobieren, diesen Fisch zu angeln. Petri Heil.

Daniel Lundgrün

Daniel Lundgrün

Mein Name ist Daniel und meine Leidenschaft ist das Angeln und die Natur. Ich schreibe hier für euch. 🙂